Energieaudits sind für viele Unternehmen gesetzliche Pflicht — und für Energieberater ein wachsendes Geschäftsfeld. Wer Energieaudits nach DIN EN 16247 professionell durchführen will, braucht fundiertes Wissen: technisch, rechtlich und wirtschaftlich. Genau das vermittelt diese Fortbildung.
Der Kurs erfüllt die Anforderungen des Fortbildungskatalogs (Ziffer 31.4 / 21.1.2.1) und bereitet Sie auf die Zertifizierung als Energieauditor vor. In 80 Unterrichtseinheiten werden Sie zum kompetenten Ansprechpartner für Unternehmen, die ihre Energieeffizienz systematisch verbessern wollen.
Den Einstieg bildet der normative und gesetzliche Rahmen. Sie vertiefen sich in die DIN EN 16247 (mindestens 8 UE Pflichtumfang), lernen die praktische Anwendung des GEG für Nichtwohngebäude, verstehen die EU-Gebäuderichtlinie, das EDL-Gesetz und die Anforderungen von ISO 50001, EMAS und verwandten Normen. Nach diesem Block wissen Sie, welche Pflichten für auditierpflichtige Unternehmen gelten und wie Sie als Auditor rechtssicher agieren.
Im zweiten Block geht es um die Gebäudehülle im Neubau und Bestand. Wärmedämmstoffe und -systeme, Innen- und Kerndämmung, Fassadensysteme — Sie lernen, energetische Verluste systematisch zu identifizieren: Wärmebrücken, Lüftungswärmeverluste, Luftundichtheit, sommerlicher Wärmeschutz. Dazu kommen die energetischen Grundlagen: U-Werte, Wärme- und Feuchteschutz, Baumaterialien und Bauteile.
Der umfangreichste Block deckt die gesamte Bandbreite der Gebäudetechnik ab. Heizungstechnik mit Wärmeerzeugern, Regelung, Verteilung und hydraulischem Abgleich. Kältetechnik mit Kälteerzeugern und Rückkühlwerken. Lüftungsanlagen und RLT-Systeme. Dazu Regelungstechnik und Gebäudeautomation, KWK-Anlagen, Beleuchtungstechnik (Kunst- und Tageslicht), Druckluftsysteme sowie elektrische Motoren, Antriebe und Pumpen. Sie lernen, jede dieser Querschnittstechnologien im Audit systematisch zu erfassen und zu bewerten.
Solarthermie für Warmwasser, Heizungsunterstützung und Prozesswärme. Photovoltaik mit Auslegung und Anlagenkonzepten. Biomasse und Biogas inklusive BHKW. Geothermie und moderne Speichertechnologien — elektrisch und thermisch. Nach diesem Block können Sie erneuerbare Energien realistisch in Auditberichte und Maßnahmenempfehlungen integrieren.
Ein Energieaudit ohne Wirtschaftlichkeitsbetrachtung ist wertlos. In diesem Block lernen Sie die Lebenszyklus-Kostenanalyse (LCCA) mit mindestens 4 Pflicht-UE, die Kapitalwertmethode, Amortisationsrechnung und Investitionskostenvergleiche. Dazu kommen Finanzierungsmodelle wie Contracting und Förderprogramme für KMU — damit Ihre Empfehlungen nicht nur technisch, sondern auch wirtschaftlich überzeugen.
Im letzten Block geht es um die professionelle Dokumentation: Beratungsberichte DIN-konform erstellen, Software-Tools richtig einsetzen und Emissionsberechnungen nachvollziehbar darstellen. Mit Praxisbeispielen aus realen Audits verbinden Sie das Gelernte zu einem schlüssigen Gesamtbild — und sind bereit für Ihre eigenen Projekte.
Die Fortbildung richtet sich an Energieberaterinnen und Energieberater, Facility Manager, Architekten, Ingenieure und Fachkräfte aus dem Bauwesen, die Energieaudits nach DIN EN 16247 professionell durchführen möchten. Grundkenntnisse in der Gebäudeenergieberatung sind empfehlenswert, aber keine zwingende Voraussetzung.
Nach 80 Unterrichtseinheiten können Sie Energieaudits eigenständig planen und durchführen, technische und wirtschaftliche Bewertungen erstellen und Ihre Ergebnisse DIN-konform dokumentieren. Sie erhalten eine Teilnahmebescheinigung mit Nachweis der 80 UE nach Fortbildungskatalog.
Nächster Kursstart: 12. Juni 2026. Kursgebühr: 2.200 € inkl. MwSt. Mindestens 5 Teilnehmer.
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